Das Wandbild am Kaufhaus Hagemeyer in der Kampstraße / Minden

 

16. Mai 2009 – Wandbild-Wiedereröffnung

Das Wandbild am Hause Hagemeyer im Mai 2009

Die Wandmalaktion „Mural Global“ am Hause Hagemeyer in der Kampstraße, die im Juni 2000 vollendet wurde, hat aus aktuellem Anlass eine Ergänzung erfahren. Nach dem Um- und Ausbau des Kaufhauses Hagemeyer konnte das Wandbild im April/Mai restauriert und erweitert werden.

Mit dem Wandbild soll auf ökologische, wirtschaftliche, soziale und globale Zusammenhänge und Probleme hingewiesen werden.

Mit dabei waren u.a. wieder Anja Richter und Alois Moyo, die schon an der Entstehung eines ähnlichen Wandbildes in Bulawayo mitgewirkt haben . Auch der Mindener Graffiti-Künstler Jason Holloway sowie der Bildhauer Kader Aggad haben an dem Bild Zeichen gesetzt.

Das Schriftbild Agenda 21 wurde um die Buchstaben MDG ergänzt. Sie stehen für Millenniumsentwicklungsziele, die im Jahre 2000 von der UN verabschiedet wurden. Fallschirmspringer spiegeln das weltweite Streben nach Macht, Einfluss und Herrschaft wieder aber auch die Bemühungen, Krisenherde und soziale Ungleichheiten einzudämmen. Der aufsteigende Qualm bietet in seiner Symbolik viel Platz für Interpretationen und hält eine abschließende Beurteilung offen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die Börsenspekulationen werden rechts oben durch Aktienkurse angedeutet. Milliarden Euros und Dollars werden bewegt. Finanzielle „Schutzschirme“ sollen Banken und Konzerne retten. Im unteren Bereich werden die Pinguine von einer Flutwelle bedroht. Der Klimawandel führt unter anderem zum Ansteigen der Weltmeere und könnte in wenigen Jahren für katastrophale Zustände in den Entwicklungsländern führen. Der Zeitfaktor ist ungewiss; deshalb wurde die Uhr zu einem Wecker ohne Zeiger, der Alarm schlägt.
 

Mit einer kleinen Malaktion in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund haben wir es im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Öffentlichkeit vorgestellt. (siehe auch „lokale Videos“ auf der Seite von www.mt-online.de)

Am Samstag, den 16. Mai wurde das Werk vollendet und auf ein Neues der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Projekt wurde von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und der Firma Hagemeyer finanziert.

 

Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 18.5.2009

Wandbild von Kindern vollendet
Informationszentrum Dritte Welt, Hagemeyer und Kinderschutz weihen Kunstwerk ein
Von Lukas Weichert

Minden (luk). Es ist geschafft. Mehrere Kinder haben dem Wandgemälde an der Hagemeyer-Fassade den letzten Schliff verliehen. Daraufhin weihten Vertreter vom Informationszentrum Dritte Welt Minden, Hagemeyer und dem Kinderschutzbund das Bild ein.
Jessica und Elisa betrachten mit wachen Blicken den Pinguin, der in seinen Umrissen schon an der Wand zu erkennen ist. Mithilfe von Anja Richter und Alois Moyo, die zusammen die neuen Elemente auf dem Bild realisiert haben (das MT berichtete), malen sie und drei weitere Kinder an dem unteren Rand des Bildes drei Pinguine. Elisa hat sogar schon Übung darin die Tiere zu malen, „bisher aber nur auf einem Malblock“ erzählt sie. Beide Mädchen haben viel Spaß daran, die Pinguine in solch einer Größe zu malen. [...]
Zum Artikel als PDF-Datei

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Realisierung: 29. Mai bis 30. Juni 2000

 

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Die Fassade vorher - nachher

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Die Wandmalaktion beginnt - Das Gerüst steht schon (30.5.00)

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Stefan Straube-Neumann erläutert gemeinsam mit den Künstlern Peter Küstermann und Charles Bebe den Entwurf für die Mitglieder des Kulturausschusses.
Foto: MT, Monika Jäger

(mob). Die Arbeit am Kampstraßen-Wandbild beginnt: Gestern informierte sich der Kulturausschuss der Stadt Minden vor Ort.
Seit Monaten plant die heimische Agenda 21 - mit Eine-Welt- Promoter Stefan Straube-Neumann an der Spitze - die Beteiligung an der weltweiten Wandmalaktion. "Mural global 2000" (www.mural-global.org) ist dem Gedanken der Nachhaltigkeit gewidmet - den zentralen Fragestellungen der Zeit.
In Minden wird die Gruppe um Straube-Neumann, darunter die Künstler Peter Küstermann, Charles Bebe und Kader Aggad, an zwei Orten malen. Gestern begann die Gestaltung der Fassade des Hauses Hagemeyer an der Kampstraße. Hier wird ein harmonisches Bild in warmen Farben entstehen. Plakativer soll es auf der Wand des Hauses der Jüdischen Kultusgemeinde zugehen - da wird ab September eine große "21" mit Weltkugel an den Hintergrund der Aktion erinnern. Nicht allen Nachbarn allerdings gefällt die Idee einer buntbemalten Fassade. Ein großes Kreditinstitut in der Nachbarschaft befürchtete laut Straube-Neumann, das Wandbild werde möglicherweise den Wert der Liegenschaft schmälern.
Entgegenkommend zeigte sich hingegen die Stadtverwaltung: Sie stellte gestern kurzfristig einen Container für die Malutensilien der Künstler an der Kampstraße auf.

 

Die Malaktion hat begonnen (3.6. 00)

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Erste Bilder von der Umsetzung

 

Das Wandgemälde nähert sich der Fertigstellung
(15. 6. 00)

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MT / Cord Krüger (ckr) Die Wandgestaltung am Kaufhaus Hagemeyer nimmt Formen an. Unter dem Motto “mural global” ist sie Teil einer weltweiten Wandmalaktion unter der Schirmherrschaft der UNESCO.

Gestern besuchte Bürgermeister Reinhard Korte den Ort des Geschehens, um sich vom sichtbaren Fortschritt der aus öffentlichen Mitteln und Sponsorengeldern finanzierten Aktion zu überzeugen.

KünstlerInnen und Bürgermeister zeigten sich mit dem Zwischenergebnis sehr zufrieden, da das Kunstwerk nach einmonatiger Arbeit zu großen Teilen fertiggestellt ist. Die offizielle Einweihung des Wandgemäldes, das vom simbabwischen Künstler Charles Bebe und einigen hiesigen Kollegen angefertigt wird, ist für Mittwoch, den 28. Juni um 18.00 Uhr vorgesehen.

Zum Abschluß des Projektes findet am Samstag, dem 12. August, 19.30 Uhr eine “Welnacht” im BÜZ statt, bei der zwei simbabwische und eine deutsche Tanz-, Trommel- und Musikgruppe auftreten werden. Für September ist die Umsetzung eines weiteren Wandmalprojektes am Grimpenwall geplant.

Die ursprüngliche Idee, eine Wand der Mindener Synagoge zu bemalen, wurde nach Schwierigkeiten mit Nachbarn wieder fallen gelassen. “Mit einem zweiten Gemälde wäre die Innenstadt auch überladen gewesen”, hob Stefan Straube-Neumann die Vorteile dieser Umplanung hervor.

Um den Gedanken der Agenda 21 zu folgen, streben der Initiator des Projektes und die Wandmalakteure für die Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit mit Simbabwe an.

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Wandbild wird eingeweiht - Teil Internationaler UNESCO-Aktion auch in Minden vertreten (Stand: 24.6.00)

(mt). Ein weiteres Werk der bildenden Kunst wird künftig Minden bereichern. Das große Wandgemälde am Kaufhaus Hagemeyer wird am Mittwoch eingeweiht.

Den Anstoß dazu lieferte das Informationszentrum 3. Welt. Angefertigt wurde es durch den simbabwischen Künstler Charles Bhebhe mit Hilfe einiger hiesiger Kollegen. Die Aktion in Minden unter dem Motto "mural global 2000 - Agenda 21" ist Teil einer weltweiten Wandmalaktion unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Finanziert wurde das Bild aus öffentlichen Mitteln sowie aus Sponsorengeldern.

Die ursprüngliche Idee, eine Wand der Synagoge zu bemalen, wurde nach Schwierigkeiten mit den Nachbarn fallen gelassen. Für September ist die Umsetzung eines weiteren Wandmalprojektes am Grimpenwall geplant. Um dem internationalen Gedanken der Agenda 21 zu folgen, streben die Initiator des Projektes und die Wandmalakteure für die Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit mit Simbabwe an.

Zur offiziellen Einweihung am Mittwoch wird um 18 Uhr Mindens stellvertretende Bürgermeisterin Adelheid Traue erwartet. Bis 20.30 Uhr ist vor dem Wandbild eine Party vorgesehen. Für Musik sorgen "Willie the Weeper & Stil Crazy" sowie die Tanz- und Musikgruppe "Papmaaf". Getränke und einen türkischen Imbiss organisiert das BÜZ. Im BÜZ am Johanniskirchhof wird das Projekt am 12. August ab 19.30 Uhr mit einer "Weltnacht" seinen Abschluss finden...

Copyright MINDENER TAGEBLATT / MT ONLINE 24.06.2000

 

Es ist geschafft! Das Wandbild ist fertig!

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Eine letzte Bearbeitung - auf den letzten Drücker - kurz vor der Einweihung ...

Dank der Bereitstellung eines Kranfahrzeuges durch das EMR konnten noch abschließende Arbeiten an der Wand nach Abbau des Gerüstes erfolgen.

 

Graue Wand verwandelt sich in Gemälde (28.6.00)

Kunstwerk an der Kampstraße gestern Abend mit Trommelschlägen und Tanz feierlich eingeweiht

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Das Wandgemälde an der Kampstraße wurde gestern Abend mit einem fröhlichen Fest eingeweiht. MT-d-Foto: Ulrike Mißbach

Von Ulrike Mißbach (mt). Mit Trommelschlägen, Tanz und einem Glas Sekt wurde gestern Abend das Wandbild an der Kampstraße eingeweiht. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger feierten die wundersame Verwandlung einer hässlichen grauen Wand in ein farbenfrohes Gemälde.

Mehrere Wochen hatte der simbabwische Künstler Charles Behebhe gemeinsam mit hiesigen Künstlerinnen und Künstlern benötigt, um die Seitenwand des Hagemeyerhauses in ein Kunstwerk zu verwandeln. Unter dem Motto "mural global 2000 - Agenda 21" ist es Teil einer weltweiten Wandmalaktion unter der Schirmherrschaft der Unesco.

In stark abgewandter Art zeigt das Werk Minden und die Porta Westfalica. Anstelle des Kaiser- Wilhelm-Denkmals befindet sich jedoch der Zuckerhut von Rio. Er erinnert an die Entstehung der Agenda 21, die bei einem Umweltgipfel 1992 in Rio ins Leben gerufen wurde.

Verschiedene Personen vom Kind bis zum Greis, vom Behinderten bis zum Sportler beherrschen das Bild und zeigen, dass jeder Mensch einen Platz in dieser Gesellschaft hat. Der Sportler wirft einen Handball zurück gen Osten. "Mit dieser Geste soll dargestellt werden, dass die Stadt Minden sich künftig stärker für das Rechte Weserufer einsetzen muss", erläutert Promotor Stefan Straube-Neumann.

Erst beim zweiten Blick erkennt der Betrachter, dass eine Uhr nicht auf fünf nach zwölf sondern auf fünf vor zwölf steht. Der Begriff "fünf vor zwölf" sei inzwischen so abgegriffen - jedoch nach wie so aktuell wie nie zuvor - dass sich die Künstler entschieden hätten, die Uhr im Spiegelbild darzustellen, so Stefan Straube-Neumann. Die Zeiger der Uhr sind zwei Schlangensäulen, die wiederum für die Kraft des Lebens stehen. Vor afrikanischen Hütten und einer Mindener Windmühle genießen eine farbige und eine weiße Frau eine Tasse Kaffee - ein Symbol dafür, dass es ohne Kommunikation keine Zukunft gibt.

Wandgemälde hätten eine lange Tradition, denn schon zu Urzeiten hätten Menschen die Wände ihrer Höhlen bemalt, betonte die stellvertretende Bürgermeisterin Adelheid Traue in einer kurzen Ansprache. Das Wandbild an der Kampstraße zeige auf sehr eindrucksvolle Weise, dass alle Menschen ein Recht auf ein gleichberechtigtes Leben hätten. "Ich bin sehr stolz, dass Minden mit diesem Kunstwerk am mural global 2000' beteiligt ist", so Adelheid Traue.

Neben der 36-köpfigen Gruppe "Pampf" von der Cote d'Ivoire (früher Elfenbeinküste) sorgten "Willie the Weeper & Still Crazy" ein gelungenes Rahmenprogramm. Zum Abschluss des Projektes findet am 12. August, eine "Weltnacht" im BÜZ statt.

HINWEIS: "Texte und Fotos aus dem Mindener Tageblatt/MT ONLINE sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Einwilligung der Chefredaktion weiterverwandt werden".

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Die Projektbeteiligten

Wandmalakteure
Charles Bhebe aus Simbabwe,
Kader Aggad, Iris Blaschke, Klaudia
Czichorowsky, Peter Küstermann,
Sebastian Lampert, Ulrike Pohl und
Anja Richter - alle Minden

Finanzierung
Finanzierung: Staatskanzlei NRW, Stadt Minden. Sponsoring durch Fa. Hagemeyer / Edeka / EMR / J.C.C. Bruns (Minden), Kühn Boden und Farben / Bus-Bremmert (Hille), Brillux - Farben (Münster)

Kooperationspartner:
Agenda-Büro, Kultur-Büro, Kinder- und Jugendkunstschule “lille kunterbunt”. Die Malaktion wurde begleitet durch Veranstaltungen und Diskussionsforen und durch das Informationszentrum 3. Welt Minden e.V - insbes. Stefan Straube-Neumann - koordiniert, vorangetrieben und... und ...

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